Susan Barth





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Über Zufriedenheit

Vor einiger Zeit habe ich mich gefragt, was Glücklich-Sein eigentlich bedeutet und auch, ob es nicht das gleiche ist wie Zufrieden-Sein. Denn immer wenn ich versuche zu erklären, warum oder wann ich glücklich bin, komme ich um das Gefühl der Zufriedenheit nicht herum. Einen großen Unterschied sehe ich trotzdem zwischen dem Glück und der Zufriedenheit. An meinem Glück kann ich nichts ändern, ich kann es nicht beeinflussen, nicht steuern, ich habe es nicht selbst in der Hand. Ob ich aber zufrieden bin, liegt oft einfach nur an mir, an meiner Reaktion auf bestimmte Situationen, meinem Engagement oder meiner Zuversicht. Auch die Zufriedenheit einfach einmal zuzulassen, liegt an mir. Nichts zu tun und sich ihr hingeben, ohne schon dem nächsten Projekt hinterher zu eilen oder sie gar nicht erst richtig wahrzunehmen. Ich bin zufrieden, wenn ich das Gefühl habe, gerade ist alles gut, die Welt ist ein schöner Ort, ich bin in der Natur und lasse für einen Moment alles hinter mir. Ich bin aber auch zufrieden, wenn ich an einem Abend auf dem Sofa liege, die Raumtemperatur gerade perfekt ist (ein oft vernachlässigter Wohlfühlfaktor) und ich eine ganze Tafel Schokolade esse (ein überstrapazierter Wohlfühlfaktor). Ich bin zufrieden, wenn ich etwas Schlaues gesagt habe und wenn ich meinen Kater zwischen den Ohren kraule. Manche Menschen sind nur zufrieden, wenn sie etwas Neues tun. Etwas ausprobieren, etwas wagen, sich etwas trauen. Andere sind zufrieden, wenn sie Zeit für sich haben und erst gar nicht die eigenen vier Wände verlassen müssen. Manche sind einfach nur zufrieden, wenn sie mal fünf Minuten Zeit für einen Kaffee und eine Zigarette haben (Danke, Mama!). Wenn wir allerdings immer nur das Gleiche für unsere Zufriedenheit tun, nehmen wir sie vielleicht irgendwann gar nicht mehr so richtig wahr. Das Zufrieden-Sein gehört dann zum Alltag dazu, wir werden unzufrieden, obwohl wir doch zufrieden sein müssten. Unzufrieden mit dem Job oder dem Studium, das uns gerade nervt, obwohl wir uns eigentlich mal darauf und darüber gefreut haben, das zu tun, was uns Spaß machen sollte. Unzufrieden mit dem Freundeskreis, der irgendwie eingeschlafen ist, obwohl man sich doch eigentlich im Zweifelsfall blind auf jeden Freund verlassen kann, wenn man sich nur mal meldet. Unzufrieden mit sich selbst, obwohl man das doch eigentlich ganz allein in der Hand hat. Wenn du immer nur das tust, was du auch schon immer getan hast, dann bekommst du auch nur immer das, was du immer bekommen hast. Bist du unzufrieden? Dann mach‘ etwas anderes. Oder mach‘ bewusst etwas, das eine Zufriedenheit in dir auslöst. Spaziergang? Käffchen? Zigarette?


Diese Kolumne ist erschienen in The Bugle, official Newspaper of Lost&Distorted. Ausgabe #6







Veröffentlicht auf essen-und-trinken.de


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Kurzgeschichte: Die Verabredung

Für alle Geduldigen und Ungeduldigen, für alle, die gerne Texten lauschen und für alle Linas, Sasas und Paulis gibt es die Geschichte von den zwei Freundinnen, einem kleinen Hund und der französischen Küche jetzt zum immer und immer wieder hören. Viel Spaß!










Tässchen Tee und Farbenspiele

Ach, wie schön. Das brauche ich!

Ich bin ein Opfer des Verpackungsdesigns. Für Menschen wie mich gibt es die schönen Schachteln und weichen Tütchen, bedrucktes Papier und flatternde Fähnchen. Ich glaube, dass wegen mir der Studiengang Verpackungsdesign niemals aussterben wird. Ich werde garantiert immer von dieser kapitalistischsten Form der Ästhetik angezogen.

„Ach, schau mal, wie hübsch!“ „Ja, aber das brauchen wir doch nicht, oder?“ „Hm, nein, aber es ist doch so hübsch. Schau doch mal!“ „Ja, es ist ganz toll, aber wir kaufen heute kein Hundefutter. Wir haben keinen Hund.“
(Dieser Dialog ist frei erfunden und alle Personen, die etwas anderes behaupten, sind blöd.)

So kommt es vor, dass ich schmachtend vor Regalen stehe wie vor einem Monet und gänzlich in Kontemplation versinke. Hach. Wie schön… Ab und zu lasse ich mich sogar so sehr von der Verpackungsästhetik hinreißen, dass ich mich plötzlich mit dem Produkt vor der Kasse wieder finde. Im besten Fall handelt es sich dann natürlich um etwas, das ich tatsächlich brauche und sogar gekauft hätte, wenn es weniger schön gewesen wäre, weil es mich mit seinen inneren Werten überzeugt. Nun ist es so, dass ich außerdem sehr gerne Tee trinke. In eine hübsche Teeverpackung bin ich also gleich doppelt verliebt und ich muss gestehen, es hat mich dieses mal gleich mehrfach erwischt. Der Verpackungsdesign-Amor hat es zu gut mit mir gemeint.

Cupper Tee aus Dorset in England und ich: das war Liebe auf den ersten Blick.


Nachdem ich mir über ein paar Wochen hinweg immer wieder eine andere Packung in mein Teeschränkchen gestellt habe und meine Lieblingssorten immer wieder nachgekauft habe, kann ich ganz ehrlich sagen, dass es sich hier nicht um eine stürmische Liebschaft, sondern womöglich sogar um eine waschechte Langzeitbeziehung handelt. Die Cupper Teesorten schmecken nämlich auch noch fantastisch, der Tee wird fair gehandelt und die Zutaten stammen aus biologischem Anbau. Schön und gut. Und bunt.











Warte mal

Manche Dinge verlernt man nicht einfach so. Fahrrad fahren zum Beispiel. Oder Schwimmen. Das sagen zumindest immer alle. Ich gehe manchmal durch die Stadt und denke: eigentlich voll gut, dass ich weiß, wie man läuft. Das kann ich. Kleine Ziele muss man sich setzten. Sagen auch immer alle.

Manche Dinge verlernt man aber ganz problemlos. Zum Beispiel sich neue Telefonnummern zu merken, französische Vokabeln, Kartoffeln anzubauen, ein Faxgerät zu bedienen oder zu warten. Warten klingt schon schlimm. Warten ist das Schlimmste, was uns in unserem Alltag passieren kann. Beim Arzt im Wartezimmer zu sitzen ist in etwa so schön wie 127 Stunden mit der Hand in einer Felsspalte festzustecken und sich dann selbst den Arm zu amputieren. Nur weniger lustig. Niemand wartet besonders gerne auf etwas oder jemanden. Aber gerade die Minuten, die wir irgendwo wartend verbringen, kommen uns absolut schrecklich vor. Zum Glück ist das fast nie der Fall, denn wenn wir mal warten müssen, ist sofort das Smartphone in der Hand und wir können in der Zeit ein paar Nachrichten verschicken, das Wetter morgen checken, Musik hören oder irgendetwas liken. Irgendwas kann man immer liken.

Wie weh warten tut, merkst du oft erst, wenn du mal dein Smartphone vergisst und völlig verzweifelt an der Haltestelle stehst: ‚Was?! Die nächste Bahn kommt erst in FÜNF Minuten?‘ Was macht man da? Man guckt halt rum. Man wartet. Warten tut weh, ist zumindest unangenehm, aber das ist gut. Denn wenn etwas ungemütlich ist, passiert was. Dein Gehirn bekommt nämlich genau dann die Chance, mal was zu tun, ohne ständig mit sekundären Reizen aus dem Netz oder deinen Kopfhörern belästigt zu werden. Du wirst mit dem Hier und Jetzt konfrontiert. Hier ist sie, deine unmittelbare Welt. In ihr passiert nicht ständig etwas Neues, sie ist kein Blogroll, der unablässig neue Informationen für dich bereithält, wenn du mit dem Daumen nach unten ziehst und wieder loslässt. Wir haben verlernt damit klarzukommen und werden panisch, wenn wir mal ein paar Minuten ganz mit uns selbst allein sind. Die gute Nachricht ist, dass wir auch wieder lernen können zu warten. Einfach mal ein paar Minuten ganz ohne Smartphone und ständige Selbstbeschäftigung. Dann bleibt man auch viel entspannter, wenn die Technik mal wieder streikt oder die Arzthelferin einfach vergessen hat, dass du noch da bist.

Diese Kolumne ist erschienen in The Bugle, official Newspaper of Lost&Distorted
Ausgabe #3



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